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"Ich hätte nicht erwartet, dass es weh tun würde."

Aktualisiert: 26. Jan. 2022

Keine stinkenden Kinderzimmer mehr, endlich genügend Handtücher im Badezimmer und keine herumliegenden Schuhe im Gang. Eigentlich sollte man sich freuen, dass die Haushaltsführung leichter wird und trotzdem... das, worauf man sich all die Jahre gefreut hatte: "Aus dem Kinderzimmer machen wir ein Fitness!" oder: "Ach, bin ich froh wenn ich nicht mehr ständig Hinterputzen muss!", lässt einen dann plötzlich doch keine Freudensprünge machen, wie man das erwartet hätte. So lange hatte man der wiederzuerlangenden Freiheit entgegen gefiebert und wenn sie dann da ist, hinterlässt sie einen schalen Beigeschmack.


Es gibt wirklich Eltern, die sich freuen wieder "frei" zu sein und wieder ihre Zweisamkeit geniessen oder in die Karriere mehr Zeit stecken zu können, doch es gibt auch andere Situationen. Und ganz häufig haben die Betroffenen selbst nie damit gerechnet. Anstatt Freude, verspüren sie Trauer und Verlustschmerz. Anstatt die Freiheit zu geniessen, vermissen sie Vergangenes. Und diese Gefühle können ganz viele Eltern überraschen und überfordern. Plötzlich stehen sie da und wissen gar nicht, was mit ihnen geschieht.


Klar, man hört immer wieder von Elternteilen die Mühe haben sich loszulösen. Das betrifft jedoch eine bestimmte Kategorie von Menschen:


1. Frauen. Es sind trifft immer nur Frauen.

2. Mütter um die 50, bei denen die Menopause meist noch mit dem Auszug der Kinder

zusammenfällt und die Hormone verrückt spielen (also eigentlich ist das gar kein "echtes"

Gefühl sondern nur herumspringende Hormone)

3. Frauen, die sich in erster Linie durch ihre Mutterrolle definieren und nicht zur Erziehung

zuhause blieben statt zu arbeiten oder in Hobbys zu investieren. Durch den Auszug der

Kinder sehen sie sich plötzlich mit einer fehlenden Aufgabe und somit fehlenden

Sinnhaftigkeit konfrontiert.


Leider ist das eine sehr einseitige Betrachtungsweise die einen kleinen Teil der Eltern mit Empty Nest Syndrom betrifft und doch die Meinung, die am meisten verbreitet wird und auch über Medien so kommuniziert. Dies vermittelt in der Gesellschaft ein falsches Bild über Eltern die an ENS leiden und hat so einen direkten Einfluss auf den Umgang mit trauernden Eltern. Einem Mann oder einer berufstätigen Frau wird das Leiden dann schlicht und einfach aberkannt, ihm oder ihr kein Verständnis entgegen gebracht und häufig auch entmutigende und verletzende Aussagen entgegengebracht.


Auf der anderen Seite fühlen sich Eltern mit ENS unsicher in Bezug auf ihre Gefühle. Hatten sie doch selbst nicht erwartet, in diese Trauerphase zu fallen. Statt Mitgefühl und Verständnis stossen sie häufig auf Unverständnis und Unglauben. Ihre Gefühle werden kleingemacht oder nicht ernst genommen. Die Folge davon: Sie verstecken die Gefühle und ihre Trauer und versuchen allein damit klar zu kommen.


Das muss nicht sein.


Wir, eine Gruppe aus Menschen die sich mit der Thematik auseinander setzen, darunter eine Person die selbst an ENS litt, investieren in die Aufklärung und Sensibilisierung von Öffentlichkeit, Beratungsstellen, Arbeitsplätzen und Schulen. Diese Hompepage stellt einen Teil davon dar und dient gleichzeitig als Anlaufstelle für Betroffene. Hier können sich Empty Nester mit Gleichgesinnten austauschen. Hier holt man Tipps oder spricht sich etwas von der Seele. Hier veröffentlichen wir regelmässig Beiträge über aktuelle Angebote und Erkenntnisse vor allem in der Schweiz.


Dein Empty-Nest-Team




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